Bremsflüssigkeit DOT4

  • Hallo zusammen...ich hätte da mal ne Frage an die Berufszweiradmechaniker und/oder Chemiker bzw. Universalinschenöre....

    Ich habe seit Jahren einen zuverlässigen Bremsflüssigkeitstester, der quasi über die elektrische Leitfähigkeit der Bremsflüssigkeit Aufschlüsse über den hygroskopischen Anteil in der Bremsflüssigkeit ergibt.

    Anhand von 5 Leuchtdioden kann der Wert von 0% bis 4% Wasseranteil abgelesen werden...

    Mir ist jetzt zum wiederholten Male aufgefallen, dass die Bremsflüssigkeit in den Vorratsbehältern meiner beiden Mopeds tatsächlich nach 2 -3 Jahren bei rot = 4 %, sprich Wechsel fällig, liegt, während in den 2 PKW's auch nach 4 Jahren immer noch 0% angezeigt werden.


    Hat hier jemand ne Idee, warum das so ist? Liegt's an der relativ geringen Menge an Bremsflüssigkeit im Moped im Vergleich zum PKW???

    Klärt mich doch bitte mal auf....


    :h   :neugier:

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    Gruß Klaus

  • Wahrscheinlich bremst du einfach zu wenig und die Flüssigkeit hat sich nass gelangweilt?

    Nee, dafür kann ich dir auch keine Erklärung anbieten, sorry.


    Gruß

    Dirk

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  • Moin Jörg...als Selbstschrauber sehen meine beiden PKW , Golf 7 Bj. 2015 u. Fabia Bj. 2011 (beide nur für DOT4 zugelassen), seltenst eine Werkstatt von innen...wenn der Bremsflüssigkeitstester nen entsprechenden Wasseranteil anzeigt, dann lass ich den an den PKW's in der Werkstatt machen, da ist mir der Aufwand zuhause zu hoch.

    Beim Golf ist vermutlich immer noch die erste Füllung drin...beim Fabia wurde sie zuletzt in 2017 gewechselt...auch da zeigt das Gerät immer noch 0% an...


    Bei den Mopeds mach ich den Bremsflüssigkeitswechsel schon immer selbst und das ist auch lt. Anzeige alle 2 - 3 Jahre notwendig....deshalb nochmal die Nachfrage, was kann der Grund dafür sein???

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    Gruß Klaus

  • Also für mich ist das unlogisch.

    ...deshalb frag ich ja nach, Micha...und das Prüfgerät ist def. in Ordnung...Referenz = Messwerte im Original-DOT4-Bremsflüssigkeitsbehälter von ATE = 0 % (für die Mopeds gekauft) und dann eben die Messwerte in den beiden PKW's = 0 % und den beiden Mopeds = 3/4 %...gestern Abend mehrfach durchgeführt...


    Die Ergebnisse sind für mich unzweifelhaft eindeutig...

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    Gruß Klaus

  • Hört sich jetzt vielleicht blöd an, aber vielleicht sind die Bremsanlagen der Pkw besser gegen Luftfeuchtigkeit abgedichtet?

    Ich hab da den Deckel des Reservoirs in Verdacht, da hat es verschieden Ausführungen und Einsätze gegeben.

    Wäre, zumindest für mich, eine Erklärung.

    Büffel ist einzig, aber nicht artig

  • Ein Schraubdeckel mit Füllstandsanzeige beim PKW erscheint mir nicht unbedingt dichter als ein Behälter mit Ausdehnungsmembrane und Dichtkante.

    Gruß Micha - der Anfänger, der auch schon etwas länger dabei ist.

  • Moin!


    Ich spekuliere auch mal.


    Manche Kunststoffe nehmen Wasser auf.

    Möglicherweise ist der GT Bremsflüssigkeitsbehälter aus so einem Kunststoff, der Deines PKWs nicht.

    Dann könnte das Wasser durch Diffusion in die Bremsflüssigkeit gelangen.

    Man müßte die Wasseraufnahme mal mit einem der älteren GT-Bremszylinder mit angegossenem (Alu) Bremsflüssigkeitsbehälter vergleichen.


    bis dann

    Markus

  • die Behälter am Moped haben eine Membran und keine Entlüftungsbohrung wie beim Auto. Da die Behälter üblicherweise im Motorraum sitzen und es da auch schon mal etwas wärmer wird, könnte es sein, dass da schon mal etwas Wasser wieder verdampft bzw. verdunstet? Obwohl die Flüssigkeit im Vorratsbehälter eigentlich nie die 100° C erreichen dürfte....

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  • Oder auch im Sommer bei geringer Luftfeuchtigkeit Wasser aus der Bremsflüssigkeit aufnehmen.

    Büffel ist einzig, aber nicht artig

  • Jungs...danke für eure Beiträge...ich sehe, dass es auch für euch eher rätselhaft ist...


    Was mir auch noch auffällt bzw. aufgefallen ist...die ATE-DOT4 Bremsflüssigkeit, die ich zum Wechsel bei den Mopeds immer nehme, ist bereits nach 2 Jahren deutlich dunkler als die frisch aus dem Behälter Eingefüllte...bei beiden PKW's sehe ich keine adäquate Verfärbung, trotz deutlich längerer Verweildauer im Bremssystem...gut ich weiß jetzt nicht, was da jeweils für ein Saft eingefüllt worden ist...auf jeden Fall aber auch DOT4...


    Also ich vertrau jetzt einfach weiterhin meinem Testgerät und wechsle das Zeug nach Anzeige...

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    Gruß Klaus

  • Hallo Klaus,

    da ich vermutlich über das gleiche Testgerät wie du verfüge: Mir ist aufgefallen, dass das Testergebnis variieren kann, je nach dem, wie tief man die beiden Pins in die Flüssigkeit eintaucht. Probier das mal.

    Das Wasser kommt durch die Luftfeuchte der Umgebungsluft in die Bremsflüssigkeit. Und bei der Umgebungsluft ist ja nun kein Unterschied zwischen Moped und Auto. Vielleicht spielt das Verhältnis zwischen Oberflächengröße im Behälter und Gesamtflüssigkeitsvolumen der Bremsanlage eine Rolle? Ich stelle bei meinen Mopeds (GT 550 und GS 1100G mit Alugussvorratsbehälter) und meinen Autos (Audi 80 Bj. 92 und Audi A4 Bj. 00) keine Unterschiede in der Alterung der Bremsflüssigkeit fest. Nach ca. 4 Jahren ist sie in allen Fahrzeugen erneuerungswürdig. Eine mit der Zeit dunklere Färbung ist normal, aber je nach Hersteller der Flüssigkeit unterschiedlich.

    Als Versuch: Bei den Autos ist da in der Einfüllöffnung so ein Sieb. Zieh das mal raus, dann kannst du das Testgerät etwas tiefer in die Flüssigkeit tauchen.


    Gruß

    Bernard

  • Hallo Bernard...

    das mit dem vollständigen Eintauchen der beiden Pins war mir bekannt, habe ich auch immer so gemacht, auch bei den beiden Vierrädrigen...und die Bremsflüssigkeit ist bei denen nicht oder kaum verfärbt, wie ich es oben beschrieben habe...habe heute auch bei der 550 nach Abfackeln einer ganzen Tankfüllung auf der Schwäbischen Alb mit ganz ganz vielen scharfen Bremsmanövern nochmals geprüft...es bleibt bei Rot und 3 % Wasseranteil.

    Hätte ja sein können, dass sich bei entsprechendem Bremseinsatz das Testergebnis verändert...

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    Gruß Klaus

  • Übrigens auch Bremsflüssigkeit im geöffneten Gebinde soll Wasser aufnehmen. Ich habe erst gar kein Testgerät und schlafe viel ruhiger.

    Gruß Micha - der Anfänger, der auch schon etwas länger dabei ist.

  • Übrigens auch Bremsflüssigkeit im geöffneten Gebinde soll Wasser aufnehmen. Ich habe erst gar kein Testgerät und schlafe viel ruhiger.

    🤫🤫🤫 😴 💤 💤 💤

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    Gruß Klaus

  • In meiner Lehrzeit bin ich mal mit einem nagelneuen neuen Auto zur Lehrwerkstatt gefahren :-)


    Unser Ausbildungsmeister hat uns dann ein Testgerät für Bremsflüssigkeit vorgeführt, natürlich direkt an den Autos der Auszubis :-)


    Egal, meiner ist mal voll durchgerasselt :-) zu viel Wasser in der Bremsflüssigkeit :nixwiss: Wie kann das sein :nixwiss: :thumbsup: war lustig

  • Ja...ja...is ja gut...macht euch nur lustig...nix und niemand ist fehlerfrei...dass auch Bremsflüssigkeitstester spinnen können bzw. bei falscher Handhabung unterschiedliche Werte anzeigen, liegt in der Natur der Sache...

    Mein Gerät zeigt jedenfalls bislang ausreichend korrekte Werte an, da ich immer eine oder mehrere Messungen durchführe...


    Micha darf ruhig weiterschlafen...und ich mess weiterhin und wechsle nach Anzeige...


    :mahlzeit:

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    Gruß Klaus

  • Übrigens auch Bremsflüssigkeit im geöffneten Gebinde soll Wasser aufnehmen. Ich habe erst gar kein Testgerät und schlafe viel ruhiger.

    Ich hatte einmal in Norwegen auf einer Serpentinenstraße runter zum Fjord mit dem Womo Bremsversagen. Seitdem bin ich da auch deutlich sensibler. Das Erlebnis brauche ich nicht nochmal. Hinter der nächsten Kurve ging es gefühlt 150m steil runter....


    Gruß

    Dirk

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  • Nee, das ist nicht schön, hatte ich das erste Mal mit meinem Cadillac in Californien, schöne Bergstrecke, wie im Schwarzwald, etwas zügig unterwegs und plötzlich tut‘s die Bremse nicht mehr. Das 2. Mal mit einem Roller in Thailand schön durch die Berge geschüsselt und plötzlich kann man den Bremshebel bis an den Griff ziehen, das kommt aber auch auf einmal ohne großartige Ankündigung. War bei beiden Fahrzeuge aber mit Sicherheit alte Bremsflüssigkeit, beim Caddi habe ich wechseln lassen und der Roller in Thailand fährt mit Sicherheit noch die gleiche.


    Gruß Micha

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  • Die Gefahr eines Bremsversagens wegen "Kochens" der Bremsflüssigkeit ist beim Motorrad relativ gering. Ich mache mir mehr Sorgen bzgl. Korrosion von Kolben und Zylindern durch den mit der Zeit steigenden Wasseranteil.

    Suzuki und die meisten anderen Fahrzeughersteller schreiben einen Austausch der Bremsflüssigkeit alle zwei Jahre vor. Da bin froh, wenn ich durch entsprechende Testung der Flüssigkeit diesen Zyklus mit gutem Gewissen um ein oder zwei Jahre verlängern kann.


    Gruß

    Bernard

  • Genau...Bernard...so mach ich das auch weiterhin....allen Unkenrufen zum Trotz 😜😜😜

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    Gruß Klaus

  • Also, das ist ganz sicher kein Fehler die Flüssigkeit öfter mal zu wechseln. Am Moped mache ich das eigentlich recht oft und ist auch schnell gemacht. Einem Kollege wollte ich die Flüssigkeit vorm Urlaub in die Ardeche an seiner RD 500 noch wechseln, hat dankend abgelehnt. Die Augen wurden aber ganz groß wie ihm dann in der Ardeche bergab die Bremse ausgefallen ist :-), war aber nur die hintere. An meiner GT hab ich die in diesem Jahr 2 mal gewechselt, wird recht schnell schwarz, warum auch immer.

  • Hab den Effekt vor 42 Jahren als Ahnungsloser junger Autofahrer mit meinem 200D/8 in der Eifel kennengelernt, der Benz war prinzipbedingt nur bergab wirklich schnell! Diese eine Serpentinenabfahrt ins Rurtal wird mir aber immer im Gedächtnis bleiben, plötzlich null Druck und noch drei Serpentinen vor mir, die Zeit habe ich bis heute nicht unterboten! Unten angekommen ging es ungebremst quer über die Hauptstrasse, wo zum Glück gerade niemand unterwegs war! Mit Fussfeststellbremse und brutalem Zurückschalten bekam ich die Fuhre auf dem Parkplatz gegenüber der Hauptstrasse zum Stehen! Das gute Fahrwerk (welches viel schneller als der Motor war) und richtig viel Glück hat die Nummer damals noch zu einem guten Ende gebracht

    Wie durch ein Wunder war der Druck plötzlich wieder da und ich bin weitergefahren. Als ich die Story tags darauf dem alten KFZ Meister in der Tankstelle erzählte, wo ich damals sonntags Kassendienst machte, holte der das Auto sofort in die Werkstatt und es gab neue Bremsflüssigkeit!! Seitdem weiß ich.......!


    Und ich frage mich bis heute, warum man nicht in allen Systemen DOT5 silikonbasierte Flüssigkeit verwendet, bei meinen Oldierennern nutze ich die seit Jahren ohne Probleme und ohne Wechsel........


    Gruß


    Karl

  • Karl, kann man denn bei unseren Suzies die DOT5 Brühe verwenden??? Ich dachte das Zeugs greift die Gummis an????

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    Gruß Klaus

  • Das sollte problemlos funktionieren. Allerdings erst, nachdem man das komplette System zerlegt und vollständig von DOT4 gereinigt hat. Mischen ist nicht zulässig!


    Gruß

    Dirk

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  • Das sollte problemlos funktionieren. Allerdings erst, nachdem man das komplette System zerlegt und vollständig von DOT4 gereinigt hat. Mischen ist nicht zulässig!


    Gruß

    Dirk

    Na alles auseinander wäre ja ein großer Aufwand....man könnte ja auch gut durchspülen und halt etwas von der DOT5 Plörre "vergeuden"...da bei meinen Mopeds eh im Frühjahr ein Wechsel ansteht, überleg ich mir das echt....

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    Gruß Klaus

  • So einfach ist es halt nicht! Bei den Rennern habe ich halt das ganze System erneuert, d.h. Alles zerlegt und vollständig gereinigt und alle Gummiteile wie O-Ringe und Dichtmanschetten erneuert! Bei den Straßenmaschinen wäre mir das jetzt auch zu aufwändig, ausserdem schreibt der Hersteller ja mineralische BF vor. Bei der Rennerei ist es halt eigenes Risiko.


    Nur Harley, inzwischen auch nicht mehr, und einige US Autohersteller haben DOT 5 in Serie eingesetzt. Ich habe mir sagen lassen, dass das US Militär bei den Trucks darauf bestanden hat, die hatten wohl keine Lust auf das ständige Wechseln, gerade bei Fzg. die auch noch jahrelang in irgendeinem Depot herumstehen.


    Mit Service verdient man halt Geld, da kommt der Kunde regelmäßig in die Werkstatt, gerade wo die Inspektions und Ölwechselintervalle immer länger werden........

  • ....ich versteh jetzt gar nix mehr...jetzt dachte ich DOT5 Silikonbremsflüssigkeit wäre der wartungsfreie Ersatz schlechthin...geht das nun ohne Wechsel der O-Ringe und Dichtmanschetten oder nicht??? Bei ordentlichem Durchspülen dürften sich doch da keine Probleme ergeben???

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    Gruß Klaus

  • Es ist schon so, wie Karl es schreibt. Mit durchspülen wirst du nie 100% der alten Suppe raus bekommen. Das muss aber sein, bevor DOT5 rein kommt. Ob man nun auch die Manschetten tauscht, lasse ich mal im Raum stehen.

    Ein Kumpel hat schon vor Jahrzehnten in seinem alten Käfer die Anlage komplett erneuert und jahrelang problemlos DOT5 gefahren. Bis ihm Glatteis zum Verhängnis wurde. Also, dem Käfer natürlich!


    Gruß

    Dirk

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