Kupplung trennt mit zunehmender Temperatur immer schlechter...

  • Eines der wenigen Probleme für die ich bis heute keine Lösung gefunden habe ist die Tatsache, dass mit steigender Motortemperatur eher noch bei häufiger Nutzung der Kupplung die Wirkung der Kupplung nachlässt. Die Maschine "kriecht" nach mehrfacher Betätigen (z.B. im Stau) der Kupplung bis hin zum Absterben des Motors. Nach einer kurzen Abkühlzeit ist das Problem (fast) wieder verschwunden.


    Ich habe mir eine sehr gut erhaltene komplette Kupplung besorgt und mit allen Teilen (auch Reib und Stahlscheiben) gegen meine Reimo Kupplung ausgetauscht. Das Ergebnis war letztlich ernüchternd, Problem nicht behoben. Der Motor hat das Halteblech für das Lager hinter der Kupplung montiert. Wie eine GT750 Kupplung wirklich funktionieren kann weiß ich von meiner 750J , butterweich, sehr geringe Handkraft, Schalten im Stand bei laufendem Motor vom 1. Gang in den Leerlauf problemlos und fast gleiche Funktion bei warmem und kalten Motor...und vor Allem, sauberes Trennen auch nach einer halben Stunde im Stau.


    Ich habe schon noch Ideen was das Problem sein könnte, ich habe hier im Forum mal nach Infos gesucht, mich aber letztlich entschlossen euch Allen die Frage zu stellen. Vielleicht gibt es ja noch mehr Betroffene?


    Gruß


    Karl

  • Du müsstest sicher unterscheiden, ob das Problem an der Kupplung selbst oder am Ausrückmechanismus liegt (# zu geringer Ausrückweg)

    Kannst Du das Verhalten denn verbessern, wenn Du unterwegs, wenn alles warm ist, den Kupplungszug nachstellst?

  • Wäre auch meine Vermutung gewesen. Die Frage, die sich mir stellt, was ist an der J Kupplung anders, das einzige was mir einfällt ist das Lager.

    Büffel ist einzig, aber nicht artig

  • Ich habe tatsächlich vor einiger Zeit alle möglichen Teile der Kupplung wie z.B. das Nadellager, den dazugehörigen Kern und auch den Ausrückmechanismus im Deckel erneuert. Das Kupplungsspiel so eng wie möglich eingestellt, tatsächlich fühlt es sich irgendwie so an, als wäre der nutzbare Hub geringer als er sein sollte.

    Ich habe die Vermutung , dass sich die Stahlscheiben bei Erwärmung verziehen, allerdings täten sie das dann bei der Reimo Kupplung genau so wie bei der wirklich guten Tauschkupplung mit anderen Scheiben.

    Bei der Trockenkupplung der TR hatte ich das mal, da reichte eine verzogene Stahlscheibe um die Kupplung funktionslos zu machen, sie rückte nicht mehr aus.


    Gruß


    Karl

  • Lager nachträglich noch einkleben,geht auch recht einfach,dazu Original Federn und Stahlscheiben , waren bei mir auch leicht verzogen. Ansonsten hatte ich anfangs genau die gleichen Probleme. Gutes Öl macht da auch unglaublich viel aus

  • Ich hatte mal eine, sich weich anfühlende, Kupplung die sich zwischen kalt und warm veränderte.
    Gefunden habe ich die auf der Innenseite abgerissene Lasche, in die der Kupplungszug eingehängt wird.
    Das war von außen nicht zu sehen, weil der Riss auf der Innenseite war und erst nach der Demontage zu sehen war.
    Den Hebel habe ich ausgetauscht und es war wieder gut.


    20210906_080206.jpg


    Wenn man das schön übereinander legt sieht es fast aus als wäre nichts.


    20210906_080220.jpg

    Nur weil ich das so mache, bedeutet das nicht, dass es so richtig ist :nixwiss:

  • Die Funktion, bzw. der Reibwert einer Kupplung ist sicherlich temperaturabhängig. Auch das verwendete Öl spielt eine Rolle.

    Bei mir ist es so, dass die Kupplung in kaltem Zustand nicht sauber trennt, und bei Volllast leicht rutscht.

    Nach wenigen Kilometern gibt sich das und sie trennt sauber und rutscht nicht mehr.


    Grüße

    Bernard

  • Ob einzelne Kupplungsscheiben sich verziehen ist ja recht einfach festzustellen, indem man sie jeweils kalt und warm auf eine Richtplatte legt (oder eine andere ebene Fläche) und schaut. ob sie plan aufliegen.

    Für den Wärmetest dürften 100°C reichen, also in kochendes Wasser legen.

  • Ich tippe auch auf das Halteblech und die grosse Anlaufscheibe die sich da gegenseitig erwäermen hatte da auch schon Probleme

    GT750L

  • Vielen Dank für die vielen Beiträge, da sind doch ein paar Ansätze zu einer möglichen Lösung dabei.

    Bernhard, so wie du das beschreibst so war es vor Zeiten bei mir auch, aber jetzt ist es genau umgekehrt, wenn der Motor warm wird, bzw. die Kupplung oft betätigt wird, trennt sie fast nicht mehr.

    Die Wärmeplatte wird auf jeden Fall zum Einsatz kommen, hab da ein gutes altes Industrieteil aus der ehemaligen DDR, das ist ausreichend eben.


    Gruß


    Karl

  • Hallo Karl,

    Mir ist noch ein weiterer Gedanke gekommen. Ein weiterer Unterschied zwischen J/K/L und späteren sind die Platten mit den Belegen, die Frühen waren aus einem Kunstharz und spätere aus einem Alumaterial. Es könnte sein, daß sich die späteren stärker unter Wärme verziehen. Es ist hier zwar immer vom Verzug der Stahlplatten die Rede, aber da die bei allen gleich sind könnte es doch auch an den Belagscheiben liegen.

    Büffel ist einzig, aber nicht artig

  • Tja, das wird nicht ganz so einfach da dahinter zu kommen. Ich muss jetzt wirklich jedes Einzelteil nochmal ganz Kritisch unter die Lupe nehmen. Der feste Sitz der Hauptwelle lässt sich ja leider so gut wie gar nicht richtig testen. Ob das Halteblech wirklich ausreichend steif ist das Axialspiel der Hauptwelle im Zaum zu halten ist ja eine weitere Unwägbarkeit. Ich werde berichten (wenn ich denn was herausfinde)...


    Gruß


    Karl

  • Doch,das merkt man sehr gut wenn man den Kupplungsgriff in der Hand behält,gerade so das kein Leerspiel mehr da ist. Beim Gas geben zieht es den Griff nach vorne und beim Gas weg nehmen kommt wieder das Leerspiel, . Das Lager kann man ohne viel Aufwand nachträglich im C Ring einkleben. Hatte ich schon mal beschrieben. Dann die Stahlscheiben auf einer geraden Platte mit einer Fühlerlehre auf Verzug prüfen. Stahlscheiben am besten neu machen.

  • Loefel, ich glaube das hat Karl schon gemacht.

    Es gibt meiner Meinung nach kaum jemanden in Deutschland, der wirklich mehr Ahnung von Büffeln hat als Karl und Martin.

    Büffel ist einzig, aber nicht artig

  • Danke für die Blumen! Tatsächlich habe ich bei der Reimo- und bei der jetzigen Austauschkupplung originale Stahlscheiben verwendet, zumindest sehen die original aus. Ich werde diese Scheiben und noch weitere neue Scheiben auf die Wärmeplatte legen und deren Verhalten prüfen.


    Bei den Rennern verwende ich, aus extremen Mangel an Originalteilen, selbstproduzierte Scheiben , übrigens aus Feld, Wald und Wiesenstahlblech. die werden in der Trockenkupplung natürlich thermisch stärker belastet und werden regelmäßig getauscht.


    Gruß


    Karl

  • Doch,das merkt man sehr gut wenn man den Kupplungsgriff in der Hand behält,gerade so das kein Leerspiel mehr da ist. Beim Gas geben zieht es den Griff nach vorne und beim Gas weg nehmen kommt wieder das Leerspiel, . Das Lager kann man ohne viel Aufwand nachträglich im C Ring einkleben. Hatte ich schon mal beschrieben. Dann die Stahlscheiben auf einer geraden Platte mit einer Fühlerlehre auf Verzug prüfen. Stahlscheiben am besten neu machen.

    Der Hinweis ist gut danke dafür! Es bedeutet, dass der Axiale Schub durch die Schrägverzahnung ausreicht um die Welle zu bewegen.....dann muss das Lager aber schon sehr lose in seinem Sitz seinund auch seitliches Spiel zum Halteblech vorhanden sein!


    Gruß


    Karl

  • Hallo Karl,


    dieses Phänomen kenne ich mehr oder weniger von allen meinen Oldies. Jetzt habe aber wohl kaum alle Motorräder defekte Kupplungen. Ohne tiefer in das Thema einzusteigen, kommen für mich aktuell nur drei Parameter dafür in Frage:

    - Ein geändertes Verhalten der Reibbeläge älterer Materialzusammensetzung unter Temperatureinwirkung. Früher war vermutlich der Korkanteil höher.

    - Maßänderungen bei Erwärmung

    - Bereits ab ca. 100° gehen die Materialkennwerte von Metallen zum Teil dramatisch in den Keller. Das könnte bei den Federn relevant sein.


    Speziell bei meinem Büffel konnte ich den Effekt näherungsweise durch den Wechsel der verstärkten Federn aus Nachfertigung gegen originale Federn mit Serienfederrate beheben.

    Hier könnte Ihre Werbung stehen

  • JA, auch das kann natürlich sein, mich wundert halt nur wie das Alles bei meiner J so prima und problemlos funktioniert.....aber die könnte tatsächlich noch die fast unbenutzten Originalbeläge von 1972 eingebaut haben weil der Motor durch KW Schaden schon nach sehr kurzer Zeit stillstand und in diesem Zustand habe ich sie bekommen.


    im kalten Zustand haben die Stahlscheiben weniger als 0,1mm Verzug, jetzt kommt der Warmtest, Temeraturvorschläge? ich habe an 80°C gedacht...


    Gruß


    karl

  • miss doch mal bei der TR bei passende Gelegenheit die Kupplungstemperatur. Heißer wird die im Ölbad 100%ig nicht.

    Gruß

    Dirk



    Über 1000 Beiträge, alle weg :klo:
    Dann eben von vorne........scheiß drauf :grinning_squinting_face:

  • Eine Ergänzung noch:

    Die meisten heute erhältlichen Zubehörkupplungszüge haben eine 2mm-Seele. Das gilt auch für die Züge, die für den Büffel auf dem Markt sind. Die Japaner haben in den 70er Jahren 2,5mm verwendet. 2mm sind zu dünn. Zum einen halten diese Züge nicht wirklich lange, zum anderen dehnen sich die 2mm-Züge zu stark. Das merkst du am Kupplungshebel. Du musst dir einen Zug mit 2,5mm-Seele bauen. Damit steigt dann auch die Querschnittsfläche um mehr als die Hälfte an.

    Hier könnte Ihre Werbung stehen

  • Eine Ergänzung noch:

    Die meisten heute erhältlichen Zubehörkupplungszüge haben eine 2mm-Seele. Das gilt auch für die Züge, die für den Büffel auf dem Markt sind. Die Japaner haben in den 70er Jahren 2,5mm verwendet. 2mm sind zu dünn. Zum einen halten diese Züge nicht wirklich lange, zum anderen dehnen sich die 2mm-Züge zu stark. Das merkst du am Kupplungshebel. Du musst dir einen Zug mit 2,5mm-Seele bauen. Damit steigt dann auch die Querschnittsfläche um mehr als die Hälfte an.

    Irgendwie lustig....ich habe diese Woche für teuer Geld einen NOS Kupplungszug bestellt. Einen neuen Griff hab ich auch noch im Fundus. Die Idee ist halt auch die Randbedingungen zu glätten.


    Der Temperaturversuch mit den Stahlscheiben ergab keine neuen Erkenntnisse, ein Verzug war auch bei 100°C nicht feststellbar.


    Karl

  • Schaden wird,s nicht. Mach doch erst mal den Fahrtest . Beim fahren den Kupplungshebel so weit ziehen bis das Spiel weg ist,dann mal beschleunigen. Zieht es den Hebel nach vorne, dann hast du schon mal Seitenspiel am Lager. Das kann man recht schnell und günstig beseitigen. Dann Stahlscheiben neu und Reibbeläge wenn möglich gleich mit machen. Dann noch gescheites Öl wie zb das Maxima 85 ,da trennt die Kupplung schon um Welten besser. Das Öl hilft aber nur wenn der Rest nicht kaputt ist. Dann rutscht auch nix mit den original weichen Federn.

  • werde den Fahrtest nach dem Urlaub angehen.

    Gestern wollte ich den ausgebauten Reimo Korb aus der Garage holen, um ihn nochmal unter die Lupe zu nehmen....völliger Schrott, zwei Zanken unten gerissen, einer schon komplett durch. Übrigens in allen drei Fällen Zanken die mit dem Stahlring vernietet sind. Die Niete haben das Teil am Platz gehalten.

    Leider kann das nicht der Grund gewesen sein, weil das gleiche Problem ja auch mit dem neuen Korb auftrat.


    Karl

  • Irgendwie lustig....ich habe diese Woche für teuer Geld einen NOS Kupplungszug bestellt. Einen neuen Griff hab ich auch noch im Fundus. Die Idee ist halt auch die Randbedingungen zu glätten.


    Der Temperaturversuch mit den Stahlscheiben ergab keine neuen Erkenntnisse, ein Verzug war auch bei 100°C nicht feststellbar.


    Karl

    Ich baue die 2,5 mm - Züge in der Regel selber. Aber du hast recht, ausgeschlabberte Bohrungen in den Griffen machen es nicht besser.

    Hier könnte Ihre Werbung stehen