Nach der weiter oben genannten Argumentation (keine Drehung der Lager sondern nur kleine Teil-Drehwinkel in sich wiederholenden Positionen) dürften Nadellager in Pleuel-/Kolbenbolzenlagerungen, Gelenkwellen (Kreuzgelenke), Tripodengelenken etc. überhaupt nicht längerfristig funktionieren.
Wenn Nadellager in der Hinteradschwingenlagerung versagen dürfte das in erster Linie an fehlender Schmierung und Korrosion liegen.
Fehlerhafter Einbau käme auch noch in Betracht. Für die Nadellager müssen GT-Schwingen "aufgebohrt" werden; fluchten die beiden Bohrungen/Seiten nicht ausreichend, werden die Lager u.U. überlastet.
Ich hatte vor ca. 25 Jahren einen Nadellager-Umrüstsatz von R.Schneider in meine GT380 eingebaut. Der war eigentlich nur für GT750 und ich mußte das Distanzrohr entsprechend abdrehen. (Kürzen und neuen Lagersitz).
Die Sitze der Kunststoffbuchsen in der Schwinge habe ein krummes Maß (ca. 28,5 mm); außerdem ist im Sitz in der Schwinge oft ein längs/achsial verlaufender, nicht versäuberter Grat von der Fertigung. Für die Kunststoffbuchsen stört das nicht, die werden daran vorbei reingewürgt bzw. geben dem Grat nach.
Die hier verwendbaren Nadellager haben 29 mm Außendurchmesser, dafür müssen die Sitze in der Schwinge bearbeitet werden.
Seit dem Einbau damals habe ich die Schwingenlagerung nicht mehr angefasst, ausser gelegentlich mal den Schmiernippel verwendet. In dieser Zeit bin ich so einige 10000 km gefahren und die Schwingenlagerung funktioniert bis heute einwandfrei. Würde ich jederzeit wieder einbauen.
Die Verbesserung des Fahrverhaltens von Nadel- oder Broncebuchsen-Lagerung gegenüber den original Kunststoffbuchsen (solange letztere nicht verschlissen sind, was vergleichsweise schneller passiert) ist allerdings recht klein und für Wenigfahrer oder Cruiser unerheblich, besonders bei den kleineren GT-Modellen.