Ventilabriss - woher kommts?

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    • Ventilabriss - woher kommts?

      Hallo zusammen, Wenn man beim Zweitakter Ventilabriss liest, kann es nur das Ventil am Schlauch sein. Und so ist es leider auch. Gestern ne kleine Runde mit der 250er gedreht. Im Ort fängt das Hinterrad an zu schlingen und die Maschine wird unkontrollierbar. Reifen hinten platt. Gottseidank bei 50kmh und nicht bei 100kmh ein paar Meter vorher!!! Glück gehabt. Bin dann die letzten ca. 2km bis nach Hause in Schritttempo gerollt. Ich hab die neuen Reifen und neuen Schläuche im Frühjahr selbst mit Montiereisen montiert, deswegen liegt es leider nahe dass der Fehler bei mir liegt. So was will ich nie wieder erleben, deswegen meine Frage. Woran liegts? Ich habe die Kontermutter des Ventils bewusst nicht gegen die Felge gespannt, sondern gegen die Ventilkappe, weil ich genau diesen Abriss verhindern wollte. Was kann die Ursache sein und wie macht man es richtig? Danke und Grüße Christof
    • Guten Tag Christof,

      ein Ventilabriss dürfte eigentlich nur im Zusammenhang mit zu niedrigem Luftdruck auftreten. Wegen dann zu niedrigem Anprressdruck des Mantels an die Felge wandert dieser mitsamt des Schlauches. Irgendwan reiß dann das Ventil ab, beim Hinterrad wirken ja sowohl Beschleunigungs- als auch Bremskräfte, so dass sich die Ventilumgebung wieder "erholen" kann, beim Vorderrad reißt das Ventil wegen der nur immer in einer Richtung wirkenden Umfangskräfte halt gleich ab.
      Was kannst Du tun: Auf richtigen Luftdruck achten, wobei das natürlich nicht gegen einen schleichenden Plattfuss während der Fahrt (Ventilundichtigkeit, leichte Verlzung des Schlauches) schützt.
      Weil Du ja nicht immer nur mit dem Luftdruckprüfer herumlaufen möchtest, schau einfach häufiger nach dem Ventilstand; sobald es sich nur leicht schief stellt (bei gelöster Ventilmutter gut sichtbar), weißt Du, dass Du Dich um den Luftdruck kümmern musst.
      Gegen einen während der Fahrt auftretenden Luftverlust weiß ich auch keinen Rat.

      Viele Grüße
      Siegbert
    • Hi Siegbert,

      Das könnte eine Erklärung sein, danke! Es könnte ja tatsächlich dieser schleichende Plattfuss gewesen sein. Den Luftdruck hab ich ja bei der Montage der Reifen kontrolliert und das ist noch gar nicht lang her. Aber auf jeden Fall werde ich das künftig öfter kontrollieren. Vielen Dank für den Tipp.

      Viele Grüße
      Christof
    • Bei der Aussage: "Immer einen neuen Schlauch verwenden!" , bin ich mittlerweile sehr skeptisch geworden! Die Qualität der heute verkauften Schläuche ist in keiner Weise mit denen von früher zu vergleichen, ob es an der China, Indien, Vietnam Produktion liegt vermag ich nicht zu sagen. Ich kontrolliere die guten alten Metzeler Schläuche aus deutscher Produktion bei der Reifenmontage sehr genau auf Scheuerstellen und Abrieb, dann gibts eine kräftige Lage Talkum und dann geht der wieder in den Einsatz. Auf Schmutz- und Rostpartikel im Reifen und an der Felge achte ich natürlich auch!

      Ausserdem fahre ich heute nur noch sehr überschaubare Laufleistungen pro Jahr, insofern unterliegt der Schlauch auch keinem hohen Verschleiß mehr, die Alterung macht sich deutlich durch eine poröse und rissige Oberfläche bemerkbar, aber davon ist an den Oldtimern noch keine Spur.

      Nach meiner Erfahrung halten die Schläuche aus moderner Produktion die Luft sehr viel schlechter und sind auch viel schneller verschlissen, ich bin auf die alten abgehangenen Schläuche zurückgegangen (man wirft ja nicht so schnell was weg ;) ), aber das Alles ist ja nur meine ganz persönliche Meinung und das soll jeder so halten wie er es mag!

      Gruß

      Karl
    • Moin Karl,

      das kann ich nur bestätigen. Ich werde auch künftig alte Schläuche - so noch in Ordnung - weiter verwenden. Die neuen kannst du monatlich nachfüllen. Früher habe ich das gefühlt Jahre lang nicht machen müssen. Mein einer Büffel hält den Druck ewig, der zuletzt restaurierte mit neuen Schläuchen keine 4 Wochen.

      Gruß
      Dirk
      Über 1000 Beiträge, alle weg :klo:
      Dann eben von vorne........scheiß drauf :D
    • Mittlerweile ist eine Luftdruckkontrolle vor jeder Fahrt Pflicht, zumindest beim Büffel mit den Schlauchreifen.
      Und es fehlt auch immer etwas Luft, egal ob vorne oder hinten.

      Wobei das auch bei den Schlauchlosreifen passiert, letztes WE im Schwarzwald laufend Rutscher, bis ich endlich mal nach dem Luftdruck geschaut habe: siehe da, je 0,3 zuwenig. Das mögen die Conti Road attack gar nicht.
    • Sehe ich genauso. solange die alten Schläuche nicht rissig oder porös sind bleiben sie drin, mit neuen habe ich schon öfter schlechte Erfahrungen gemacht. Betrifft aber viele Gummiteile aus aktueller Produktion, z.B. auch Bremsleitungen am Auto. Früher hielten sie fast ewig, heute manchmal nur nur zwei oder drei Jahre.
      2xT 250, 2xGT 250, 4xGT 380, 7xGS 400, 2xGS 550, 3x GS 750, GS 850G, GS 1000S, X7. GS 1000E
      Typreferent für die GT380 im WBC
    • Dass der Luftdruck bei allen Maschinen die ich mit neuen Schläuchen ausgestattet hab nicht lange hält kann ich auch bestätigen. Jetzt geht mir auf einmal ein Licht auf. Leider habe ich bis jetzt die Kontrolle eher vernachlässigt. Wer kontrolliert schon vor jeder Fahrt den Reifendruck. Aber eins könnt ihr mir glauben, nach dem Erlebnis werde ich das tun, zumindest nehme ich mir das vor. Wie gesagt das Moped war völlig unkontrollierbar von jetzt auf gleich und das bei 50kmh. Nicht auszudenken was passiert wäre wenn das nur ein paar hundert Meter vorher bei 100kmh in der Kurve passiert wäre. Dann kanns das gewesen sein. Ich hatte bis jetzt noch nie einen Ventilriss auf dem Schirm.
      Ich kann ab sofort nur noch empfehlen: Luftdruck kontrollieren! So ein Erlebnis wollt ihr nicht haben.
    • Tip am Rande ... wenn ihr einen Draht zum örtlichen KFZ Handel habt: aus nicht verkauften Neuwagen und Lagerware werden die in Pannensets vorhanden Reifenreparaturschäume "entsorgt" wegen Ablaufdatum ... mein Kontakt sagte mir sein Container sei voll und er wäre froh um JEDEN Behälter den er nicht mehr dareinschmeißen bräuchte ... ich habe in also von sechs Sorgenkindern befreit ...

      Und ja, die XS die seit Monaten unter Luftnot leidet bekam jetzt, Nein nicht aus diesem Vorrat sondern aus einer gut 20 Jahre alten, beim Werkstattputz am Freitag gefundenen Polifac-Reifenflickpulle einen ordendenlich geblasen... und ja eben war der Reifen noch prall gefüllt ...

      Mein Tipp wäre also ..."Profil " laktisch (wortspiel :) ) Sofort auch die China oder sonstwoherschläuche mit Pannenschaum zu füllen ... was kann es schaden ? Woher ihr den möglicherweise günstigst bekommen könnt steht ja oben...

      Gruß Heri
      "Erst wenn der letzte Slick verrottet und die Nordschleife unter Moos verschwunden ist, werdet ihr einsehen, dass man mit Hotelbetten keine Rennen fahren kann!"

      "mens sana in carburetor sano"

      by onkelheri

      schueller-metallbau.de/
    • Ventil abgerissen ist schon übel. Ich hatte mal Schläuche für irgend ein altes Moped bekommen, waren irgendwelche No Name Teile, dort haben sich beide Ventile sofort abgelöst, völliger Billigschrott. Es gibt normalerweise aber extra dicke Schläuche für Motorräder, hab ich auch schon etwas länger montiert und verliert keine Luft. Beim Hersteller bin ich aber jetzt unsicher, es gibt aber doch noch gute Schläuche. Hast du evtl mit Spülmittel montiert ?
    • Dicke Schläuche sind für Enduros und Crosser, die sind bis 4 mm dick.

      Übrigens das mit der Kontermutter finde ich schon seltsam, weshalb ist die denn auf dem Ventil, als Kappensicherung? Wenn die keine, oder eine falsche Funktion hätte, dann würde man die doch nicht seit 100 Jahren einbauen. Ich achte immer darauf das die Kontermutter richtig sitzt und hatte ettlichen 10tsd km noch nie einen Ventilabriss. Wobei stimmt nicht ganz, gerade vor 4 Wochen hatte ich dieses Problem bei unserer Schubkarre, auch ohne Kontermutter, weil nicht dafür vorgesehen. Ich tippe da aber eher auf‘s Alter, nach über 20 Jahren. Hab jetzt auf Vollgummi umgerüstet.

      Gruß Micha
      Gruß Micha - der Anfänger, der auch schon etwas länger dabei ist.
    • Hallo zusammen,

      Wie gesagt Kontermutter hatte ich gegen die Kappe gespannt. Habe mal gelesen man solle sie nicht gegen die Felge spannen um genau diesen Ventilabriss zu verhindern. Entweder gegen die Kappe oder ganz weg lassen damit das Ventil Spiel hat.
      Hogger, ja ich habe homöopathische Dosen Spülmittel bei der Montage verwendet. Bei der Demontage war aber davon nix mehr zu spüren, alles komplett trocken. Sollte man das nicht tun bzw. Könnte das ein Wandern des Schlauches ausgelöst haben? Kam nur in sehr geringen Dosen an den Mantel außen hin.
      Ich habe im Übrigen auch den Luftdruck des Vorderrades geprüft. Gleicher Schlauch und Druck viel zu niedrig. Ich bin mir mittlerweile recht sicher dass dies am Hinterrad zumindest zum Abriss beigetragen hat.

      Grüße
      Christof
    • Die Mutter soll man gegen die Ventilkappe drehen, um den Beginn des Verdrehens des Schlauches zu erkennen, die Mutter kann das Problem nicht lösen, aber den Abriss beschleunigen (wenn sie gegen die Felge gedreht wird), ohne dass man die Chance hat das Elend noch früh genug durch ein schräg stehendes Ventil zu bemerken. Wenn's ganz schnell geht hilft das natürlich auch nicht!

      Karl
    • Moin zusammen!
      Mit dem Thema hatte ich mich auch schon beschäftigt.
      Das bislang geschriebene ist soweit richtig bzw. deckt sich mit meiner Recherche. Die Mutter dient eigentlich nur zur Montage (hindert das Ventil daran nach innen abzuhauen) danach darf sie gegen die Kappe gekontert werden.
      Ich habe neulich eine Mutter gelöst (Moped frisch gekauft) - zum Reifen abziehen. Kaum war die Mutter ab, schon stellte sich das Ventil schief!
      Ohne Mutter kann man also erkennen, dass ein Ventilabriss droht. Keinesfalls verhindert sie es in ingendeiner Weise.

      Die Idee profilaktisch das Pannenzeug in die Reifen zu geben halte ich gelinde gesagt für Schwachsinn. Ist aber nur meine Meinung.

      Beste Grüße
      Gunnar

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    • Quod erat demonstrandum ;) ! Das sieht nach Honda aus, ich kann mich aber irren ^^ !
    • Kein Problem, sowas ist ja auch schon wieder kultig! Früher haben wir uns die Nasen plattgedrückt, wenn sowas im Fenster beim Händler stand :rolleyes: ! Fünfzehn Jahre später haben wir die Nasen dann gerümpft, weil verbastelt X/ ......und heute find ich sowas wieder kultig, weil es mich an eine ganz bestimmte Zeit erinnert 8) !
    • Nunja Gunnar,

      Meinungen basieren ja nicht immer auch auf Wissen...

      Aber jemanden Schwachsinn anheimzustellen, der das Problem "schleichender Luftverlust" für sich so gelöst hat und dem andererseits in 35 Jahren noch nie ein Ventil abgerissen ist, trotzdem er die Mutter gegen die Felge zog... tja...
      die luftverlierenden Chinagummis haben andere ins Spiel gebracht. Diese mit Dichtmittel zu füllen macht demnach Sinn. Wieviel davon ist ja steuerbar ... Deinen Tank oder Vergaser würdest du möglicherweise ja auch nicht vor sich hin dröppeln lassen ohne Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Obschon ...Du vielleicht!
      Gegen verklebte Ventile hilft natürlich sofortiges Lufthinterherfüllen und gegen Unwuchten das drehenlassen durch fahren oder auf dem Hauptständer. Wie es die Hersteller vorsehen.

      Ich wünsche dir jedenfalls ein langes Motorradleben und möge dein Ventil immer Sinnreich in der Mutter stehen!

      Alsdann gute Nächtle

      Heri
      "Erst wenn der letzte Slick verrottet und die Nordschleife unter Moos verschwunden ist, werdet ihr einsehen, dass man mit Hotelbetten keine Rennen fahren kann!"

      "mens sana in carburetor sano"

      by onkelheri

      schueller-metallbau.de/
    • Es hat mir natürlich keine Ruhe gelassen, seit 45 Jahren mit falsch montierten Schläuchen zu fahren und noch keinen Ventilabriss gehabt zu haben. Also hab ich mal Google bemüht und Antworten bei den großen Reifenherstellern gefunden, die da waren Conti, Metzeler, Michelin, Bridgestone und Heidenau und bei allen wurde zu dem Thema wie folgt geantwortet:

      - die Kontermuter ist erst einmal eine Montagehilfe für den Schlauch

      - dann wird sie handfest angezogen OHNE WERKZEUG, deshalb auch eine Rändelmutter, um das Eindringen von Schmutz und Wasser zu verhindern

      - ein wandernder Schlauch soll trotzdem noch durch ein schrägstehendes Ventil zu erkennen sein und dieses passiert durch Druckverlust

      Also habe ich intuitiv in all den Jahren doch nix falsch gemacht.

      Gruß Micha
      Gruß Micha - der Anfänger, der auch schon etwas länger dabei ist.
    • Sind wir mal froh, dass wir nicht wie in grauer Vorzeit noch weitere Stifte haben, die en Schlauch mit der Felge verbinden. Früher war das üblich, damit der Schlauch nicht wandert.

      Was das Pannenspray angeht, es gab soetwas mal in den 70er, war auch immer Werbung in der Motorrad. Es gab mal einen Test dazu in selbigem Fachblatt und das Ergebnis war nicht sonderlich positiv, es wurde sogar abgraten, da sich die Wucht durch das Mittel veränderte.
      Büffel ist einzig, aber nicht artig
    • Jetzt bin ich aber froh, meine Rändelschrauben sind seit 39 Jahren auf der Felge....
      nach dem Luftkontrollieren von Hand festgezogen.
      Und ich hatte noch nie, egal mit welchem Motorrad das Problem, daß es am Ventil ein Loch gab, geschwiege denn, daß das Ventil abriß.